1817 -
1879
O Wien, o Wien, du
märchenvoller Klang!
Dem Sinnenden, der dir ins Herz
gesehen,
Ein melancholisches
Zypressenwehen,
Ein Nachtgespräch von Geistern
lang und bang.
Dem Seligen, der nur die
Morgenröte
Von deinen Wangen streift im
Liebesraube:
Ein Abendlied auf träumerischer
Flöte,
des Taubers Girren nach der
Turteltaube.
Ach, dem Genießenden an deiner
brust,
Wo Honig schäumt, ein
Hahnenschrei zur Lust!
Ich sann und sang: mir
rauschest du ein Meer,
Wo nach dem Sturm die Wogen
sanft entschliefen,
Die Perlen weinst du freudig um
dich her,
Die Ungeheuer birgst du in den
Tiefen.